Fluten-Log

Gelegentlich etwas Neues oder Altes, Text oder Foto oder Musik, ausgearbeitet oder Notiz. Soweit nicht anders angegeben, stammen alle Beiträge von Volker Friebel.

Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)


Samstag, 27. Februar 2021

Erst vor zwei, drei Tagen sind bei uns die Krokusse durchgebrochen. Hier sind einige vom Sand, einer kleinen Siedlung am Wald, von der wilden Seite der Gartenzäune.


Mittwoch, 24. Februar 2021

Die Sprache der Amseln

Der Vorfrühling bricht an. Der letzte Schnee schmolz vor Tagen. Nun beginnen wieder die Zeiten der Amseln, die Morgen voller Gesang!

Ich lausche zum Kaffee den Liedern und überlege erschreckt, wie ernüchternd es wäre, wenn die bloßen Melodien plötzlich zu Wörtern und Sätzen würden und wir ihren Sinn verstehen könnten.

Wie schön, dass da nur Melodie ist und kein Sinn! Wie schön, wenn der Sinn dieser Melodien für uns nur in ihrer Schönheit liegt, in ihrer Lebensfreude, in ihrem sprühenden Jubel, dass er sich nicht auflöst in das, was wir aus unseren Zeitungen und Büchern zu lesen gewohnt sind!

Manchmal denke ich, dass die Lieder der Amseln ein höheres Entwicklungsstadium widerspiegeln als alle Mitteilungen der Menschenwelt. Und ich weiß doch, dass unsere Wissenschaft das anders sieht. Auch sie ist bereit, einen Sinn in den Lauten der Amseln zu finden, auch eine Aussage, die aber viel vager und blasser ist als alle Äußerungen von uns selbst.

Und eben deshalb so viel schöner?

Unsere Äußerungen sind reduzierbar auf ein paar Bit Information. Die Lieder der Amseln nicht. Sie enthalten eine Tiefe, die durch jede Reduzierung auf enthaltene Information zerstört würde. Wenn wir sie lesen, fassen wir sie nicht. In ihrer Tiefe zeigt sich die Tiefe der Welt.

Aber dieser Text, der neben den Schlucken Kaffee entsteht, auch er ließe sich reduzieren auf enthaltene bloße Information. Und verlöre dadurch. Auch alle Äußerungen von Menschen enthalten neben der Information etwas anderes, mal mehr, mal weniger. Und wir lauschen ihnen oder lesen sie vielleicht dann am liebsten, wenn dieses andere mehr ausmacht als der Gehalt ihrer Information. Erst was dieses andere hinzufügt, macht einen Text lesenswert. Nach längerem Überlegen nehme ich Sachtexte nicht davon aus.

So sind eben auch unsere Äußerungen nicht ohne Verlust reduzierbar, so leben wir eben doch mit den Amseln in einer gemeinsamen Welt.

 


Mittwoch, 17. Februar 2021

Vor einigen Tagen ist ein Album mit 12 Instrumentalstücken erschienen: In den Spiegeln. Auf Audio sind alle Titel und die Daten zu lesen. Ein Stück, Leander, kann dort auch ganz gehört werden. Vorhören und herunterladen kann man das Album oder einzelne Stücke bei den Vertrieben im Netz, auch etwa bei Spotify oder bei Amazon.

 


Dienstag, 16. Februar 2021

Schnelle Wahrheit

In mehreren Studien mit zusammen 7.565 Teilnehmern: Briten, US-Amerikanern und französischen Studenten, erhoben die Autoren, dass die Schnelligkeit einer Antwort für die Zuhörer ein wesentlicher Faktor ihrer Glaubwürdigkeit ist. Verzögerte Antworten werden als unglaubwürdiger eingeschätzt – und zwar sowohl bei gewöhnlichen Alltagsgesprächen als auch etwa bei einem Polizeiverhör.

Die Autoren interpretieren ihre Befunde so, dass Zuhörer bei verzögerten Antworten vermuten, dass die spontane, wahre, Antwort unterdrückt und eine unwahre Antwort erfunden wird, was Zeit braucht. Als Bestätigung dieser These sehen sie, dass bei Antworten, auf Fragen, die ein Nachdenken erfordern, der Effekt geringer ausfällt.

Über eine Frage gut nachzudenken, wird also von den Menschen im Durchschnitt nicht honoriert. Wer schnell und leichthin lügt, wird als ehrlicher wahrgenommen. Ein peinliches Ergebnis!

Das ist ein Durchschnittsergebnis. Ich vermute, ich hoffe, dass nicht alle Menschen nach diesem Prinzip funktionieren. Immerhin zeigt die Studie, dass Menschen die Wahrheit als etwas Spontanes, Normales betrachten.

Literatur: Ziano, Ignazio & Deming Wang (2021): Slow Lies: Response Delays Promote Perceptions of Insincerity. Journal of Personality and Social Psychology [noch nicht gedruckt, deshalb noch ohne Nummernangaben, aber online: https://www.apa.org/pubs/journals/releases/psp-pspa0000250.pdf. Die endgültige Fassung soll nach Veröffentlichung hier zu finden sein: https://doi.org/10.1037/pspa0000250]

 


Montag, 15. Februar 2021

Die Farbe der Amsel

An einer Scheibe des Kinderhauses kleben bunte Bilder von Vögeln. Auf der anderen Seite des Fensters singt eine Amsel.

Ihr Gefieder ist schwarz. Aber ihr Lied hat die Farben aus den Bildern aufgenommen und trägt sie weit hinaus in die Welt.

Vielleicht haben die Kinder nicht die Vögel gemalt, sondern ihre Lieder.

Vielleicht ist ein Haus eine Höhle voll Träumen.

Vielleicht könnten wir fliegen lernen, wären nicht unsere Herzen so schwer.

Aus: Volker Friebel (2021): Siebzehn Hundertstel frei. Bunte Steine. Edition Blaue Felder, Tübingen. Mit 23 SW-Bildern. PapierBuch und eBuch. Ein Klick auf das Titelbild führt zur Seite des Buchs mit näheren Informationen und einem Blick ins Buch.

 


Donnerstag, 11. Februar 2021

Eine Politikerin meinte im Deutschen Bundestag „Diese 20er Jahre könnten goldene 20er Jahre werden, wenn wir zeigen, dass man Krisen gemeinsam lösen kann”.

Nicht im Bundestag, sondern in meinem Arbeitszimmer denke ich dagegen: Diese 20er Jahre könnten goldene 20er Jahre werden, wenn es der Wissenschaft gelingt, Gold billig zu synthetisieren. Aber selbst dann wird es schwierig, denn dann wird Gold wertlos.

 


Samstag, 30. Januar 2021

Es war in den letzten Tagen eine Freude, die Schneeglöckchen unter dem Busch vor meiner Wohnung zu beobachten, von den ersten Spitzen am 18. Januar über den Einbruch des Schnees am 25. bis zum heutigen Triumph. Noch ein, zwei warme Tage und sie öffnen sich.

 

 

 

 

 

 


Samstag, 30. Januar 2021

Konrad Lorenz „Der Abbau des Menschlichen“, 1983: „Am merkwürdigsten ist dabei die Tatsache, daß eine solche restlose Hingabe an eine Doktrin dem Indoktrinierten das vollkommene und offenbar restlos beglückende Gefühl persönlicher Freiheit verleiht.“

Friedrich Nietzsche in „Ecce homo“, 1889, über Inspiration: „Alles geschieht im höchsten Grade unfreiwillig, aber wie in einem Sturme von Freiheits-Gefühl, von Unbedingtsein, von Macht, von Göttlichkeit …“

Zwei verschiedene Arten des Freiheits-Gefühls, beide in hohem Maße mit ihrem Gegenteil verknüpft. Wahrscheinlich benennen wir oft falsch, wenn wir sagen, dass wir uns „frei“ fühlen. Wahrscheinlich ist damit in vielen Fällen etwas ganz anderes gemeint, ein Eintreten in ein Größeres, einen Fluss, der uns mitreißt, mit dem wir uns aber eins fühlen.

Ein Text aus meinem gerade erschienenen: Siebzehn Hundertstel frei. Bunte Steine. Edition Blaue Felder, Tübingen. Mit 23 SW-Bildern. Erhältlich im Buchhandel und in den Versanden. Ein Klick auf das Titelbild führt zur Seite des Buchs bei Amazon, mit Vorschau und Bestellmöglichkeit.

 


Freitag, 15. Januar 2021

Beim Umschichten von Texten finde ich heute einen Beitrag vom Montag, 13. Oktober 2014 im alten Fluten-Log:

Ist alle Vielfalt, alle Schönheit des Lebens nur durch Konflikt und Auseinandersetzung zu erklären? Kann sich eine neue Blume nicht einfach nur, weil sie schön ist, bilden und weil sie mit ihrer Schönheit Ja sagen will zum ganzen All?

Vielleicht müssen wir das, wohin wir wollen, erst selbst erschaffen. Vielleicht können wir das nur, wenn wir frei sind von Konflikt und Auseinandersetzung. Aber nicht frei von Träumen.

„Auf die Menschen einwirken kann man nur, wenn man ihre Träume noch deutlicher träumt, als sie selbst, nicht aber, wenn man ihnen seine Gedanken so beweisen will, wie man geometrische Lehrsätze beweist.“ Alexander Herzen (1812-1870) in: Mein Leben: Memoiren und Reflexionen, Band III. Berlin: Aufbau-Verlag, 1962, 8. Teil, 3. Kapitel, V, Seite 649.

„Auf die Menschen einwirken“? Ein demokratischer Agitator (einer der besten). Damals gab es allerdings noch fast die Wahrheit und um ein Haar die Ehrlichkeit. „Einen Raum eröffnen“ fände ich als Anspruch besser. Realistischer ist aber „Auf die Menschen einwirken“.

Die Welt ist aus Träumen gemacht.

 


Sonntag, 10. Januar 2021

„Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, – aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel.“

Friedrich Nietzsche (1886): Jenseits von Gut und Böse, Nummer 156. In: Gesamtausgabe in 15 Bänden. Herausgegeben von Giorgio Colli und Mazzino Montinari. dtv, München / de Gruyter, Berlin, 1980, Seite 100.

 


Samstag, 9. Januar 2021

So viele Menschen gehen in die Fremde, für eine Reise, für ein neues Leben, jedenfalls sich zu verändern – und merken dann schnell, dass sie nur die Umgebung gewechselt haben, aber selbst immer noch da sind und dass der Trott, der doch wohl der ihre sein muss, sich schnell wieder einstellt.

Besser wäre es vielleicht, die Leute blieben daheim und die Häuser, die Plätze, die Märkte, die Verwaltungsgebäude, die Badewannen gingen auf Wanderschaft, fort von ihnen. Dann würde sich vielleicht wirklich etwas ändern.

Wie ich so nachsinne, erscheinen vor meinem inneren Auge auf einer Landstraße tatsächlich wandernde Ventilatoren, Heizlüfter, Klosetts, Spiegelschränke, Waschmaschinen, Herde, Kühlschränke, schwerbeladen ächzende Bücherregale, fröhlich plappernde Wasserhähne, Musikanlagen, Nachttischchen, Betten, in denen es sich allerlei Kissen gemütlich gemacht haben – und die Deckenlampe, auch das Aquarium ruht sich aus, während die Müllsäcke fröhlich ihre Beinchen schwingen.

Da fällt mir allerdings ein, wie gern ich selbst reise und wie wunderbar doch ein warmes Bad an einem Wintertag ist, wenn draußen Schnee liegt. Also nun Schluss mit dem Unfug und Wasser in die Badewanne einlaufen lassen – heiß muss es sein, heiß!

 


Dienstag, 5. Januar 2021

Meine persönliche Haiku-Sammlung 2020 ist zusammengestellt, „Kontaktverbot“ heißt sie. 219 der 391 Haiku-Notizen des Jahres haben es hineingeschafft. Die Sammlung wird nicht veröffentlicht, die enthaltenen Texte sind Grundlage für Buchveröffentlichungen und Einreichungen bei Ausschreibungen, dazu werden sie weiter bearbeitet.

Weniger als 391 Haiku hatte ich zuletzt im Jahr 1990 notiert. Die bisher meisten Haiku habe ich im Jahr 2003 aufgeschrieben: 2.878 Texte, behauptet meine Datei. Ich hatte mir irgendwann 2019 vorgenommen, weniger, dafür aber bewusster zu schreiben. „Weniger“ hat geklappt. Ich habe auch tatsächlich den Eindruck, dass die Qualität gestiegen ist. Natürlich: Was ist Qualität? Das ist wahrscheinlich noch schwerer als die Frage zu beantworten, was ein Haiku ist.

Morgendämmerung.
Aus einem Kürbisfeld löst sich
die Sonne.

Pappelflaum treibt.
Aus dem Wald heult eine Säge
vom Krieg.

 


Sonntag, 3. Januar 2021

Jahresrückblick 2020

Die Covid-19-Pandemie und der Umgang der Behörden mit ihr haben tiefe Spuren im Jahr hinterlassen. Von drei angebotenen Präsenzseminaren „Entspannungspädagogik für Kinder“ mussten zwei wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt werden, nur eines konnte mit Auflagen (kleine Teilnehmerzahl, Reduzierung des Praxisteils) stattfinden. Das Buch „Traumreisen für Kinder“ war monatelang nicht lieferbar, da der Ökotopia-Verlag die 8. Auflage in Polen drucken ließ und sie wegen Grenzschließung nicht ausgeliefert werden konnte. Generell scheinen mir Buchverkäufe beeinträchtigt, wie das immer zu beobachten ist, wenn die Menschen verunsichert sind. Immerhin: selbst vom Virus betroffen wurde ich nicht, habe zumindest nichts davon bemerkt.

Ansonsten habe ich beruflich einige Praxistipps im Septemberheft der Zeitschrift „Kindergarten heute“ veröffentlich. Und nach einer Anfrage des Beltz-Verlags im November den Text zu einem Set Motivationskarten für Erzieherinnen geschrieben.

Neu ist der Online-Kurs Fantasiereisen in der Kita auf www.psyche-gesundheit-natur.de.

An Buchveröffentlichungen im eigenen Produktions-Verlag Edition Blaue Felder gab es 2020:

* Mexiko – Eine Reise von Yucatán nach Mexiko-Stadt. Texte und Bilder. Vierte, überarbeitete Ausgabe. PapierBuch und eBuch. (Auflage 1-3 gab es nur als eBuch.)

* Vier Schritte zum Schlaf. Anleitung für die beiden ersten Lebensjahre. Nur als eBuch. (Den ganzen Text gibt es auch frei im Netz.)

* Mit Traumreisen entspannen: Das Haus am See. Mit Illustrationen. PapierBuch und eBuch.

* Haiku-Jahrbuch 2019: Honigspur. PapierBuch und eBuch.

* Murmel Mu – Aus den Reden eines Murmeltiers. PapierBuch und eBuch. (Dies ist die dritte veränderte und erweiterte Ausgabe des Titels. Die Ausgaben 1 und 2 erschienen beide 2013 nur als eBuch.)

* Gute Nacht – mit Entspannung und Traumreisen. Mit 34 SW-Illustrationen. PapierBuch und eBuch.

Außerdem habe ich ab September 2020 begonnen, Audio-Alben zu veröffentlichen, alles elektronisch, ohne physikalischen Datenträger, nur für Download und Stream. Einige alte Alben konnten so neu hinaus in die Welt – und einiges Neue entstand:

* Traumreisen zur Entspannung 1. (Das gab es schon als CD.)

* Traumreisen zur Entspannung 2. (Das ist neu.)

* Am Mondsee – Instrumentalmusik zum Einschlafen für Kinder. (Das gab es schon als Teil einer CD.)

* Am Bach – Instrumentalmusik zur Konzentration für Kinder. (Das gab es schon als Teil einer CD.)

* Gute Nacht mit Entspannung und Traumreisen 1. Sieben Traumreisen für Kinder aus dem gleichnamigen Buch.

* Tanz um die Quelle. (Album mit 12 Instrumental zum gleichnamigen Buch von 2017.)

* Tanz der Masken 1. (Das ist ein neues Projekt: Lieder ohne Worte. Einfach so zur Freude.)

* Tanz der Masken 2. (Weitere Lieder ohne Worte.)

Außerdem gab es hier und da Haiku-Veröffentlichungen. Auf Haiku heute habe ich zusätzlich zu den Monatsauswahlen einen Haiku-Wettbewerb durchgeführt. Und war wieder als Juror beim jährlichen japanweiten Haiku-Wettbewerb der Frauenuniversität Kyoto tätig.

An längeren Reisen war Ende Februar eine Rundreise durch Griechenland möglich, zu den klassischen Stätten (mit dem angespannten Blick auf die Nachrichten während der letzten Tage: Kommen wir wieder heim?). Im Sommer, als das Virus überwunden schien, waren wir in Sils Maria wandern und schreiben. Und im Oktober sechs Tage im Kloster auf der Fraueninsel des Chiemsees. Da kamen wir vor der zweiten Runde von Beschränkungen knapp wieder heim.

Ausblick 2021

Für 2021 gibt es allerhand Vorsätze. Ein Buch mit kleinen Texten aus den vergangenen Jahren, meist Reiseimpressionen, ist bereits am 1. Januar 2021 veröffentlicht worden. Ein weiteres wird es wohl im Herbst geben. Und dann vielleicht jährlich eines (Reihe „Bunte Steine“). Das soll mich dazu bringen, mehr Einfälle aufzuschreiben und damit auch den Fluten-Log stärken.

Das Haiku-Jahrbuch 2020 wird wohl im April erscheinen. Ansonsten will ich eine weitere Sammlung Fantasiereisen für Kinder veröffentlichen. Außerdem hoffentlich eine Art Roman mit Rückblick aus dem Jahr 2200 auf unsere Zeit. Und eine Anzahl Audio-Alben, darunter zwei Lieder-Sammlungen.

Drei Präsenzseminare „Entspannungspädagogik für Kinder“ sind geplant. Und ein Haiku-Seminar im Kloster Kirchberg. Außerdem ein Kurs „Imagination und Achtsamkeit für Kinder“ beim Jahrestreffen der Deutschen Gesellschaft für Entspannungsverfahren auf Sylt.

Vor dem Fenster liegt Schnee. Mal schauen, was der Himmel mit allen Plänen macht.

 


Samstag, 26. Dezember 2020

Das Jahr klingt leise aus. Nächstes Jahr soll es im Fluten-Log wieder deutlich häufigere Einträge geben.

 


Donnerstag, 3. Dezember 2020

Wer weder mit Dichtung noch mit Musik etwas anfangen kann, ist ein armer Mensch, möge er auch alle Goldkisten der Welt besitzen. Wer aber nur eines davon empfinden kann, ist reich, auch wenn er sonst nichts von Reichtum weiß oder wissen will.

 


Montag, 23. November 2020

Wieder ein Haiku mit Prosa aus der Durchsicht alter Texte:

Herbstschatten.
Am wilden Apfelbaum
die Kuhle der Schafe.

Im Osten am Horizont ein blaues Band. Die Sonne ist im Grau darüber verschwunden. Ich streife nasse Brombeerzweige am Hang. Die Beeren: alle vertrocknet.

Wieder ein Tag meines Lebens, an dem ich nichts tun werde gegen das Böse in der Welt. Ich werde den Himmel betrachten.

Dienstag, 06.10.2015, Tübingen, Österberg


Samstag, 21. November 2020

Beim Auslesen von Haiku aus dem Sommer 2015 entdecke ich zu einem der Haiku einen kleinen Text und ein Foto:

Kapelle am See.
Mein Herzschlag im Nachhall
uralter Gesänge.

Auf einer Wanderung von Kressbronn nach Lindau streifen wir Nonnenhorn am Bodensee … Hier geht es zum ganzen Text …

 


Freitag, 20. November 2020

Heute bei der Durchsicht aufgegebener Dateien gefunden (ich schrieb das bei der Vorbereitung eines Materialienbuchs zur Verlangsamung für Kinder, am Mittwoch, 3. Oktober 2007):

 

Schnell ist die schnelle Antwort, langsam die tiefe.

Schnell ist der Hürdenläufer, der nicht sieht, ob die Sitze des Stadions leer sind oder voll Menschen.

Langsam ist der Mann, der ziellos durch die Flur bei der Stadt schlendert, wenn er bei sich ist.

Langsam ist die Weinbergschnecke, die ihr Haus immer mitschleppt, die immer zu Hause ist.

Schnell ist der Angestellte, der die Entlassung fürchten muss, wenn seine Beine die Karawane nicht mehr erreichen oder der Schwung seiner Arme den Holzscheit verfehlt.

Langsam ist der, dem nichts fehlt, der nichts will.

… Hier geht es zum ganzen Text …

 


Montag, 16. November 2020

Nun ist auch ein Audio-Album mit den ersten sieben Traumreisen aus dem vor einer Woche veröffentlichten Buch erschienen.

Friebel, Volker (2020): Gute Nacht mit Entspannung und Traumreisen 1. Audio-Album mit 7 Traumreisen für Kinder aus dem gleichnamigen Buch. Distributor: DistroKid. UPC: 195757223694. Laufzeit: 66:00 Minuten. Hineinhören und bestellen sollte bald in den meisten Versanden möglich sein, etwa hier auf der Seite des Albums bei Amazon.

1. Die Wiese 10:27
2. Die Schafe 9:34
3. Der Schmetterling ruht 9:34
4. Die Vogelscheuche 9:09
5. Baustelle nach Feierabend 8:41
6. Frosch und Seerose 9:30
7. Die Kühe 8:59

 


Sonntag, 8. November 2020

Volker Friebel (2020): Gute Nacht – mit Entspannung und Traumreisen. Edition Blaue Felder, Tübingen. ISBN: 978-3-96039-044-2. Mit 34 SW-Illustrationen. PapierBuch: 120 Seiten, 14,90 Euro; eBuch (epub-Format): 8,99 Euro.

Das ist heute erschienen. Als eBuch ist es schon hier und da lieferbar, das PapierBuch wird für die Reise in die Versande noch ein paar Tage brauchen.

Die Traumreisen habe ich alle im Wald geschrieben. Auch der Entspannungsteil entstand größtenteils dort. Das war eine schöne Zeit.

Ein Klick auf das Titelbild führt zur Seite des Buchs bei Amazon, mit der Möglichkeit, hinein zu schauen und weiteren Informationen.

 


Donnerstag, 5. November 2020

„Die Welt ist erlöst, wenn die Menschen zu lachen beginnen, sobald sie einen Politiker oder einen ihrer Handlanger zu Gesicht und zur Stimme bekommen.

Wir sind noch lange nicht soweit. Wir müssen alles Vertrauen und alle finsteren Mienen hinter uns lassen und mehr auf das hören, was die Bäume und Schwalben uns sagen.“

Aus einem entstehenden Buch


Samstag, 24. Oktober 2020

Schon vor einigen Tagen an den Distributor hochgeladen, nun in den wichtigsten Online-Vertrieben  erhältlich: Tanz der Masken 1. Lieder ohne Worte. 12 Improvisationen mit Gesang (ohne Text) und Klassik-Gitarre, bei der Bearbeitung ergänzt um weitere Instrumente. Ein Klick auf das Titelbild führt zur Seite des Albums bei Amazon, mit Vorhör-Möglichkeit. Hier weitere Informationen zum Projekt.

 


Freitag, 23. Oktober 2020

Heute Morgen ein Blick von der Fraueninsel (Chiemsee).

Sonnenaufgang –
Berge zurücklassend, zerrend
am Wasser des Sees.

 


Donnerstag, 15. Oktober 2020

Durch den Himmel

Blätter segeln durch den Himmel,
haben noch kein Land gefunden.
Ob sie wissen, dass die Buche
fest in dieser Erde wurzelt?
Ob sie wissen, dass die Erde
manches Blatt schon aufgenommen?
Ob sie wissen, dass die Blumen
Blumen der Verwandlung heißen?

Aus: Volker Friebel (2008): Brunnensteine. Gedichte und Haiku. Zweite Ausgabe. Edition Blaue Felder, Tübingen.

 


Montag, 5. Oktober 2020

Seit ein paar Tagen gibt es auf dieser Präsenz eine neue Rubrik: Audio.  Hintergrund: Ich habe mich die letzten Wochen nach Möglichkeiten umgetan, Audios online zu veröffentlichen und mit zwei Distributoren Verträge abgeschlossen. Dort erscheinen nun schon vorhandene Hörbücher. Und dort erscheint Musik … Bis Ende 2020 will ich drei Hörbücher und zwei Musik-Alben im Netz erhältlich haben. Zwei Hörbücher sind es schon.

 


Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)

Weitergewandert
der Schatten, nun sitz ich
im Licht.

Di. 17.09.2002, Albwanderung Tieringen – Dotternhausen, Steinbruch Plettenberg, auf einem Stein sitzend