Fluten-Log

Gelegentlich etwas Neues oder Altes, Text oder Foto oder Musik, ausgearbeitet oder Notiz. Soweit nicht anders angegeben, stammen alle Beiträge von Volker Friebel.

Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 14, 13, 12, 11, 10, 09, 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)


Montag, 4. Juli 2022

„Den Regen hören – 8 Haiku“ ist erschienen. Das sind Texte aus dem Jahr 2003, gesprochen und klangunterlegt. Ich setze mal einen Link her, auf dem man wählen kann, wo man das hören will. Mindestens bei YouTube sollte es möglich sein, ohne dass man ein Konto dort hat:

https://MusicHub.lnk.to/WZYz3N

 


Samstag, 2. Juli 2022

Eine Rundwanderung um den Silsersee im Oberengadin.

Murmeltierpfiffe.
In mein Herz weht
der Bergwind.

 


Donnerstag, 30. Juni 2022

Schon vor einigen Tagen ist das Lied „Der Vogel“ erschienen, heute folgt „Todes-Tanz“. Zu hören sind sie bei den Streamingdiensten, auch bei YouTube. Hier die Adresse meines Audio-Kanals dort:

https://www.youtube.com/channel/UCa9r52JGr9BVzUg6PTWFFAg/playlists

Am 1. Juli erscheint „Leuchtturm am Meer – Innere Bilder zum leichteren Einschlafen“. Das ist eine lange Fantasiereise, klangunterlegt, zum leichteren Einschlafen für Jugendliche und Erwachsene. Ich setze mal den Smartlink, über den das anwählbar ist (kommt aber auch oben bei YouTube):

https://MusicHub.lnk.to/CvKOZP

 


Donnerstag, 23. Juni 2022

Der Tai Shan

[…]

In einer Pagode am Abhang dürfen wir die große Friedensglocke anschlagen und tun damit, wer weiß, vielleicht etwas Gutes für die Welt.

Etwa sechs Millionen Menschen jährlich besuchen den Tai Shan. Wie viele davon schon die Glocke ertönen ließen? Der Friede scheint immer blasser zu werden.

Vielleicht können unsere Nachfolger es besser.

Nach dem Läuten der Friedensglocke –
wir stehen
in der zitternden Luft.

Zum vollständigen Text

Aus: Volker Friebel (2015): Im ausgewilderten Licht. Orte und Wanderungen. Edition Blaue Felder, Tübingen.

 


Dienstag, 14. Juni 2022

Das Lied „Zeichen des Himmels“ ist erschienen. Ich werde für die Album-Version zwar noch einiges ändern, aber es gefällt mir so schon recht gut. In YouTube findet es sich auf meinem Audio-Kanal:
https://www.youtube.com/channel/UCa9r52JGr9BVzUg6PTWFFAg/playlists
Und auch auf Spotify, iTunes, Amazon, Deezer …

 


Freitag, 10. Juni 2022

In Münsingen fragt Elisabeth eine Frau, die gerade in ihr Auto einsteigen möchte, nach dem besten Weg auf den Beutenlay. Sie lädt uns ein, mitzufahren, setzt uns bei den Zelten und Wagen der Hopfenburg ab. „Das ist das Land“, sage ich. Eigentlich dürfte man, folgte man dem aktuellen Diskurs, mindestens Tipis und Jurten, womöglich auch diese Bauwagen, nicht mehr verwenden, wegen des Verdachts der kulturellen Aneignung. Wir unterhalten uns über die Neigung intellektueller Kultur zum Wahnsinn und woher das nur kommen mag und finden sie schön. Die Neigung von gutmeinenden Menschen, selbst Natur in ein Klassenzimmer zu verwandeln, hat Vorteile, gerne lese ich die Schilder an etlichen der exotischen Bäume. Zwar habe ich den Verdacht, dass ihre Samen gar nicht gefragt wurden, ob sie hier wachsen wollen, höre allerdings keine Proteste. Das mag daran liegen, dass ich die Sprachen der Bäume nicht wirklich verstehe. Die Stimmen der Vögel scheinen mir hier in den Kronen der vielen verschiedenen Bäume vielfältiger als anderswo.

Arboretum,
Reich der Bäume, durchwoben
von Vogelstimmen.

 


Donnerstag, 9. Juni 2022

Eine Wanderung, auf der Alb beginnend, die lange Allee zwischen Gestütshof und Fohlenhof St. Johann, dann die Treppen am Uracher Wasserfall hinab und am Bach entlang (der mündet dann irgendwo in die Erms) bis zum Thermalbad. Wir gingen das oft.

Schwalbenflügel –
fast berühren sie die Wogen
des Weizens.

Am Wasserfall
Treppen, mit Mondviolen,
Erinnerungen.

 


Mittwoch, 8. Juni 2022

Beim Gang durch Bad Cannstatt zum Altenburgheim, wo ich einst meinen Zivildienst ableistete, sehen wir etwas, das ich für eine lebendige Straßenszene halte: Menschen stehen, plaudern, sitzen auf Hocker vor einer bunten Hauszeile. „Das ist eine Schlange“, sagt Elisabeth, und wir versuchen, ihren Anfang zu entdecken. Es ist die Tafel Bad Cannstatt. Die Schlange ist sehr lang.

Am schön renovierten Altersheim zeige ich Elisabeth, wo vor Zeiten das Zimmer des Zivildienstlers im Personalstock unter dem Dach lag. Da sind nun große Fenster, offenbar mit größeren Wohnungen dahinter. Mit einer Leiter konnte man damals aufs Kiesdach steigen. Das ginge auch heute noch. Mindestens einmal machten wir das auch, ich erinnere mich vage an Gelächter, an Wein und meine Gitarre.

Durch Baustellen kämpfen wir uns in den Rosensteinpark, um die Wilhelma herum (die Schreie der Tiere hörte ich damals von meinem Fenster aus). Was für ein schöner, weitläufiger Park. Neben dem Rosengarten rasten wir im Schatten von großen Platanen. Und wandern bald die lange Allee zum Hauptbahnhof Stuttgart. So wenige Menschen sind hier im Grünen der Stadt. Ich las, der Mensch habe sich im flachen Küstengewässer entwickelt. Oder in der Savanne. Aber ich finde, er hat eine ganz besondere Beziehung zum Stein.

 


(Pfingst-) Montag, 6. Juni 2022

Am Pfad auf den Zeugenberg kümmert ein wilder Baum, wir strecken unsere Hände aus: Die ersten Kirschen sind süß. Schafe blöken. Die Luft ist kühler geworden nach dem gestrigen Unwetter. An der alten Linde beginnt der Hangwald.

Während anderswo Bomben detonieren und Gewehre knattern, im Jemen etwa, in der Ukraine, in mehreren afrikanischen Ländern. Während überall Leid um Leid erfahren wird, auch bei uns.

Wäre die Welt freundlicher, so wäre das besser für alles Leben in ihr, die Menschen wären glücklicher. Glückliche Menschen verursachen weniger Leid. So will ich lächeln und mein Gesicht nach der Sonne drehen und nicht in den Schatten.

 


Mittwoch, 1. Juni 2022

Wir wandern am Bodensee von Langenargen nach Lindau. Ich notiere Haiku und fotografiere. Wir waren mit Bedenken losgefahren, hatten Menschenmassen erwartet, aber es ist erstaunlich ruhig und wunderschön.

Malereck.
Die Wellen des Sees
nicht festzuhalten.

Maisreihen,
überflutet
vom Duft des Sees.

Um Ufer des Sees
ein Marienbild.
Kormorane.

 

 


Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 14, 13, 12, 11, 10, 09, 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)

 

Weitergewandert
der Schatten, nun sitz ich
im Licht.

Di. 17.09.2002, Albwanderung Tieringen – Dotternhausen, Steinbruch Plettenberg, auf einem Stein sitzend

 


Eingangsseite | Psychologie | Dichtung & Musik | Besondere Orte | Fluten-Log | Zum Autor