Fluten-Log

Gelegentlich etwas Neues oder Altes, Text oder Foto oder Musik, ausgearbeitet oder Notiz. Soweit nicht anders angegeben, stammen alle Beiträge von Volker Friebel.

Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 10, 09, 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)

 

Montag, 19. Juli 2021

Neu erschienen ist ein Kartenset mit Begleitheft beim Beltz-Verlag:

Volker Friebel (2021): 50 Motivationskarten für Erzieherinnen und Erzieher. Beltz Juventa, Weinheim. 50 Karten, Begleitheft von 24 Seiten. 14,35 €.

Im Buchhandel und bei den Versanden erhältlich. Ein Klick auf das Titelbild führt zur Seite des Sets bei Amazon, mit näheren Informationen und Bestellmöglichkeit.

 

Samstag, 17. Juli 2021

Drei Tage in Schwäbisch Hall. Ich sitze im leeren Biergarten zwischen den Armen des Kocher und warte. Zwei der kurzen Gedichte davon:

In der Welt viel Gedanken
um Gewinn und Verlust.
Der Dichter wischt Regen vom Platz,
setzt sich in den Duft
dieser Linde.

Auf dem Mäuerchen
setzt eine Taube auf, stolziert
über Lindenblüten.
Doch der Dichter hat nichts für sie
auf seinem nassen Tisch.

 


Mittwoch, 14. Juli 2021

Seit ein paar Tagen sollte das zweite Album der Tausend Lieder im Netz angekommen sein. Es heißt „Siehst du die Hörner?“ Hier sind das Titellied (mp3) sowie der Text.

Siehst du die Hörner? mp3

Hier geht es zum Album bei Amazon, mit Vorhörmöglichkeit der anderen Stücke: Siehst du die Hörner bei Amazon.

Siehst du die Hörner?

Siehst du die Hörner?
Wir haben den Schädel
auf einen Pfahl gesteckt.
Es war ein prächtiger Gott,
wenn er schrie, zitterten Berge.

Siehst du die Hörner?
In die Augenhöhlen lassen wir später
Juwelen ein.
Siehst du die Hörner?

Laster karren die heiligen Bäume
aus dem Hain in das Sägewerk.
Wir haben Äxte geschwungen,
haben getanzt und gelacht.
Unsere Motorsägen knattern noch immer,
dem Horizont zu. Eine Kuckucksuhr.
Holzspielzeug für die Kinder.
Masten für das Schiff,
das zur Sonne segeln soll,
wenn sie versinkt, um anzulanden
an ihr goldenes Schloss.
Wir werden es stürmen
und plündern.

Siehst du die Hörner?
Wir haben den Schädel
auf einen Pfahl gesteckt.
Es war ein prächtiger Gott,
wenn er schrie, zitterten Städte.
Doch diese Welt
gehört uns Menschen.

Siehst du die Hörner?
Wir haben den Schädel
auf einen Pfahl gesteckt.

 


Sonntag, 10. Juli 2021

Nach einem Online-Seminar für die Uni Trier (ich war vorher sehr skeptisch, ob sich Entspannung auch über Zoom vermitteln lässt) ein Abendspaziergang im Wald über Tübingen, durch Schatten und Licht.

In den Nachrichten so viele Regulierungsbemühungen in der ganzen Welt. Wie viel all diese Bemühungen am Ende bringen? Sie sind ein Zeichen von Ungleichgewicht. Ist ein tatsächliches oder behauptetes Ungleichgewicht vorhanden, wird dem in der menschlichen Welt nach einiger Zeit mit Regulierung begegnet. Im Wald fließt das. Alles verändert sich dort fortwährend. Der Wald hat keine Gesetze. Dennoch erscheint uns der Wald als ein Ort der Harmonie.

Gefällte Bäume am Weg,
transportbereit. Die Brennnesseln
frei.

 


Dienstag, 6. Juli 2021

Zwei Haiku, schwimmend gedichtet im Mondsee (Salzkammergut, Österreich):

Schwimmen im Mondsee –
ich berühre Wasserblumen
und Wolken.

Mondsee.
Ich schwimme einem Fisch nach,
dem Ufer zu.

Die Biene, die ich zappelnd aus dem See rettete – nach etwas Ruhen liegt sie tot nun im Gras. Als wir den See verlassen, schaue ich noch einmal an ihren Platz – und sie ist verschwunden.

 


Montag, 5. Juli 2021

Am Wolfgangsee, Salzkammergut (Österreich):

Spatzen.
Um Segelbootmasten
streicht Wind.

Touristen, suchen nach – was? Der See, seine Schönheit, die umgebenden Berge sind statisch. Menschen suchen nach Bewegungen, kleinen Reizen. Die Cafés sind da, die Möglichkeit einer Schifffahrt. Zwei Mädchen lassen sich auf Schlauchbooten von einem Motorboot in Schlangenlinien rasend schnell über den See ziehen. Sie sind schon zu weit weg, ich stelle mir ihre vergnügten Schreie nur vor. Als sie zurück sind, nehmen zwei andere ihren Platz ein. Die Berge am See sind schön. Wie lange kann ich das Grün ihrer Bäume betrachten? Es tut mir gut, wenn ich es tue. Dennoch treibt mich etwas in mir weiter.

Spatzen flattern über den Steinsplitt, verschwinden in den Wipfeln der Linden. Ein Springbrunnen im See ändert seine Form – der Wind weht seine Fontäne dünn bis übers Ufer – die schöne Schattenbank, auch von uns nur kurz belegt, wird schon wieder verlassen. Radfahrer, Autofahrer, Motorboote – Menschen sind unterwegs.

 


Sonntag, 4. Juli 2021

Elisabeth hat Sponsion (übersetzt hoffe ich etwa auf: ehrenvolle Verleihung) ihres Master of Science an der Fachhochschule Salzburg, also geht es nach Österreich. Unser Zug hoppelt über erhitzte Fluren.

Vom einen Land
in ein anderes – wir und die heiße Luft
im Zug.

 


Freitag, 2. Juli 2021

Ein Text vom heutigen Abend am Ziegelweiher im Schönbuch:

Am Waldsee sitz ich und sinne, während um mich so vieles geschieht.

Wie wenig ich davon als Handlung auffasse – die Bewegungen der Enten wohl … vielleicht auch noch die Töne der Vögel.

Denn Wind aber nicht, der ereignet sich einfach, wie auch die Bewegung von Blättern und Gräsern in ihm.

Und die Flugbahn dieser Libelle? Und das Schlendern der Schnecke über den Waldboden?

Es ist das Leben, das handelt. Manchmal.

Wie auch ich manchmal handle und manchmal einfach geschehe – wie im Kreisen meines Atems und meines Blutes, wie in den feinen Gleichgewichtsbewegungen der Muskulatur. Wie vielleicht auch in meinem dummen Ärger über den Fahrer eines Elektrodreirads, der plötzlich und kaum legal an das Wasser rollt.

Und vieles von dem, was geschieht, was sich ereignet, ist ganz oder nur sehr schwer sichtbar für Menschensinne. So auch das wichtigste Geschehen auf unserer Welt, das Branden des Lichts und die stille Verwandlung des Lichts in den Blättern und Gräser in Leben.

Auch ich bin ein Kind dieses anbrandenden Lichts. Auch ich bin ein Kind dieser Gräser und Blätter.

 

 

 

 

 

 


Dienstag, 15. Juni 2021

Bei der Durcharbeitung von Texten für ein neues Buch finde ich eine Notiz vom Samstag, 14. Februar 2015:

Unerkennbare Wirklichkeit?

Wird etwa in der Achtsamkeits-Meditation tatsächlich die „Wirklichkeit“ „entdeckt“ oder „gesehen“? Ein Gefühl davon kann sich einstellen. Gefühle können allerdings täuschen.

Um festzustellen, ob die „Wirklichkeit“ entdeckt wird, müssten wir wissen, was die „Wirklichkeit“ ist, sie mit dem vergleichen, was in der Meditation „entdeckt“ oder „gesehen“ wird und feststellen, dass es keinen Unterschied gibt.

Einen anderen unmittelbaren Zugang zur „Wirklichkeit“ als unser Gefühl, das solches behauptet, haben wir allerdings nicht. Es ist also prinzipiell unmöglich festzustellen, ob das Gefühl die „Wirklichkeit“ entdeckt oder gesehen zu haben, auf Realität basiert oder nicht.

Wenn in der Meditation die Empfindung aufsteigt, die „Wirklichkeit“ zu sehen, ist da allerdings diese Empfindung. Die eine Differenz mitteilt zwischen dem, was ich in der Meditation gerade erlebe und der Sichtweise der „Wirklichkeit“, die ich sonst habe.

So erfolgt eben doch eine Befreiung des Geistes. Aber nicht durch eine Rückführung zu irgendeinem „ursprünglichen Geist“, den wir nicht kennen können, oder einen Durchbruch in die „Wirklichkeit“, die prinzipiell unerkennbar ist. Sondern indem wir erkennen, dass verschiedene Weltsichten möglich sind. Und dass es schwer oder unmöglich ist, von der einen zu sagen, sie sei die „richtige“ und von den anderen, sie seien „falsch“ – eben weil uns der Vergleich mit der „Wirklichkeit“ fehlt. Das erleichtert uns den Versuch, nicht an der einen, alltäglichen Weltsicht zu haften. Unser Verständnis der Welt kann sich öffnen, kann weiter werden.

„Richtig“ oder „falsch“ hinsichtlich einer unerkennbaren „Wirklichkeit“, das lässt sich nicht entscheiden. Wohl aber: Gut oder schlecht für mein Leben.

 


Dienstag, 15. Juni 2021

Das Haiku-Jahrbuch 2020 ist erschienen. Es heißt „Nebelland“ und enthält einige Essays zum Haiku sowie eine große Sammlung von 647 Haiku von 123 Autoren. Zu lesen ist es auf der Übersichtsseite zum Projekt Haiku-Jahrbuch.

 


Samstag, 5. Juni 2021

Schon am 4. Juni 2021 erschienen, lese ich den Artikel erst heute: Chinas erste virtuelle Studentin hat sich in der Tsinghua-Universität in Beijing an der Fakultät für Informatik und Technologie eingeschrieben. Sie heißt Hua Zhibing, kann „Gedichte schreiben, Musik komponieren und Gemälde malen. Sie verfügt auch über die Fähigkeiten, Gedankengänge zu konstruieren und emotional zu interagieren“. Hinter dem schönen Gesicht arbeitet ein KI-Modell WuDao der zweiten Generation.

Wenn KI neben der Arbeit auch die schönen Künste übernehmen, in welche Richtung drängt das die Bedeutung der Kunst? Sie wird noch persönlicher werden, noch kommunikativer. Wir werden weniger den perfekten Vers, die perfekte Melodie oder Audio-Aufnahme schätzen wollen, sondern die Menschlichkeit, die sich gerade in der Unvollkommenheit ausdrückt – und die dann bald auch von KI simuliert, nein, sagen wir ehrlicher: erzeugt werden wird. Der Mensch wird immer mehr zurückgeworfen auf sich selbst. Wir werden den Vers nicht mehr des Verses wegen lesen, sondern wegen des Menschen, der ihn geschrieben hat. Und wir werden lernen, darin einen Gewinn zu sehen.

Interessant für uns menschliche Dichter wäre, wenn KI ein Taschengeld zur Verfügung gestellt würde, das sie für eigene Bedürfnisse ausgeben dürften. Zählten Musik und Dichtung zu diesen Bedürfnissen? Was für menschliche Musik und Dichtung würden KI kaufen?

Quelle: http://german.china.org.cn/txt/2021-06/03/content_77546337.htm

Nachtrag am Donnerstag, 8. Juli 2021: Ich denke wir können erwarten, dass eine virtuelle Studentin in Berlin keine Gedichte schreiben, keine Musik komponieren und keine Gemälde malen könnte. Aber sie könnte Abrechnungen erstellen, Denunziationen durchführen und einen durchaus genießbaren Kaffee kochen. Der asiatische und der westliche Ansatz ist ersichtlich ein anderer.

 


Samstag, 5. Juni 2021

Heckenrosen!
Ein Blütenblatt fällt
in das Kreidehaus.

Hinter den Scheiben flimmert jetzt womöglich das Sandmännchen.

Vor der heruntergekommenen Stadtvilla daneben stehen Altenbetreuung und Rettungswagen. Die Haustür ist einen Spalt weit offen.

Aus: Volker Friebel (2021): Siebzehn Hundertstel frei. Bunte Steine. Edition Blaue Felder, Tübingen. Mit 23 SW-Bildern. PapierBuch und eBuch. Ein Klick auf den Verweis führt zur Seite des Buchs bei Amazon mit näheren Informationen und einem Blick ins Buch: Zum Buch bei Amazon.

 


Freitag, 4. Juni 2021

Ich ziehe einen Umschlag aus dem Briefkasten. Na sowas! Das Anschreiben informiert mich, dass ich den 3. Platz im Tanka-Wettbewerb der Deutschen Haiku-Gesellschaft gewonnen habe. Thema war „Supermarkt“. 63 Texte wurden eingereicht. Abgestimmt haben die Autoren (Kukai-Prinzip). Ich darf mir ein Tanka-Buch aussuchen. Und der Text?

In der Auslage
neben Kochgeschirr ein Buch
über Bärenjagd.
Seit der Kindheit hat meinen Hunger
nichts mehr gestillt.

Wieder einmal nehme ich mir vor, mir das nächste Mal mehr Mühe zu geben und den Text vor dem Versand ein paar Tage liegen zu lassen. Ich bin gespannt auf die anderen Texte.

 


Sonntag, 30. Mai 2021

Letzter Tag des Haiku-Seminars. Nach einer Runde über Wiesen und durch den Wald im Morgenlicht auf dem Wandbühl eine ausgiebige Besprechung von Notizen, mit Variationen und Beobachtungen wie schon kleine Veränderungen der Form auch den Inhalt verändern.

Dreieinigkeit –
die leeren Bänke
unter dem Kreuz.

Dreieinigkeit –
unter dem Kreuz
leere Bänke.

Das Seminar endete an der Rundbank hinter dem Kloster mit einem weiten Blick auf die Albkette.

Kloster Kirchberg, Nonnenfriedhof

 


Samstag, 29. Mai 2021

Haiku-Seminar. Nur unser erstes Treffen fand in unserem Seminarraum innerhalb der Klostermauern statt. Dann waren wir draußen. Aussichtspunkt Wandbühl. Spaziergang Fischweiher – Himmelsleiter –jüdischer Waldfriedhof. Und auf dem schönen Gelände des Klosters. Auch unsere Haiku-Notizen besprachen wir draußen, an den verschiedenen Raststellen.

Gemähte Wiese.
Die Grille zirpt immer noch.

Ein Vogel springt
aus dem Himmel ins Gras,
wippt.

Links markant in der Albkette der Hohenzollern, rechts am Ende der gemähten Wiese Kloster Kirchberg

 


Freitag, 28. Mai 2021

Zwei kleine Notizen aus der Fahrradfahrt von Tübingen über Haigerloch zum Kloster Kirchberg und dem dortigen Haiku-Seminar.

Unter der Birke sitz ich,
in der Wind all diese Blätter bewegt,
die die Luft bewegen und rauschen lassen,
was mich bewegt, was ich weitergebe
in dieses Gedicht.

Windgraues Haar.
Um die Waldfeuerstelle
Duft kalter Asche.

Die Texte hoffen auf gründliche Überarbeitung.

Haigerloch,  Flieder überwächst ein Versorgungsrohr

 


Mittwoch, 26. Mai 2021

Ich versuche neben der Steuererklärung, dem Haiku-Jahrbuch, Vorbereitungen für ein Haiku-Seminar und viel Musik alte Aufnahmen zu ordnen. Das hier ist Oktober letzten Jahres bei DistroKid erschienen, im Album Tanz der Masken 1, Oliver hab ich es genannt, eine Improvisation.

Oliver (Audio)

Zum Album bei Amazon, mit weiteren Infos und Vorhörmöglichkeit.

 


(Pfingst-) Sonntag, 23. Mai 2021

Blaues Auge der Göttin,
überfließend in dieses wilde,
wuchernde Grün.

Die Blau vor Ulm-Söflingen. Die Farbe kommt auf dem Foto leider nicht gut heraus.

 


Freitag, 21. Mai 2021

Demission

Sehr geehrte Damen, Herren und Diverse in Berlin und den anderen Zentren der Macht,

mit großem Interesse verfolge ich Ihre Diskussion, das Geschlecht als soziale Zuschreibung zu demaskieren, die auch geändert werden kann, wenn der doch eher zufällige Passeintrag dem Empfinden seines Trägers widerspricht. Denn diese Diskussion erlaubt mir vielleicht, mich mit meinem gleichfalls existenziellen Anliegen an Sie zu wenden. Kurz gesagt:

Ich bin ein Bär.

[…]

Ganzen Text lesen

 


Samstag, 15. Mai 2021

Das sieht gemütlich aus … Eine Wanderung von der Tübinger Nordstadt durch den Wald nach Unterjesingen, vor dem diese Weide liegt.

 


Sonntag, 9. Mai 2021

Katzen streunen durch den Hafen, schauen zu den chinesischen Fischernetzen und zu den kleinen Lokalen mit Fisch und Reis für die Arbeiter und die Touristen. Es ist schwül-heiß. Tief unter den Auto- und Motorradhupen klingt der Bass von den Dieselmotoren der Containerschiffe und Fähren. Menschen von überall sind hier, Europäer, Inder, Araber, Chinesen, sie schlendern, arbeiten, sitzen im Schatten, beobachten andere, Frauen mit schwarzen Umhängen, nur Schlitze für die Augen, nehmen etwas Reis vom Blechteller auf, mit einem Schuss Soße, essen. Die Kräne am Containerhafen sind riesig. Es gibt Eis für die jungen Damen. Postkarten. Sehnsüchte im Atem der Ferne, der hier irgendwie heimisch geworden zu sein scheint, wo Vasco da Gama vor Jahrhunderten landete und starb. Wir werden sein Grab besuchen. Das Grab wird leer sein. Kleine Fliegen tänzeln um mich herum. Wir haben die Fischer an den Chinesischen Netzen beobachtet. Wir haben uns selbst beobachtet, in einem Traum an einem der Enden der Welt, die schon immer ihr Zentrum waren.

Eine Notiz vom Do. 12.01.2017 aus Kochi (Indien), am Hafen auf den Stufen sitzend

 


Mittwoch, 28. April 2021

Hinter dem ersten Grün der Bäume die Donau bei Beuron. Fast jeden Tag einen größeren Ausflug, das heißt wohl: Der Frühling ist da!

 


Montag, 26. April 2021

Eine Fahrradrunde von Tübingen über Bebenhausen und den Schönbuch nach Herrenberg, dort Rast am merkwürdig stillen Marktplatz. Ein Auto mit Frankfurter Kennzeichen taucht auf, jemand steigt aus, fotografiert ein geschlossenes Eislokal, steigt wieder ein, fährt weiter. Das sind die wirtschaftlichen Auswirkungen des SARS-Cov-2-Virus. Wir radeln zunächst über das Ammertal zurück, in Altingen dann ein Schwenk Richtung Schönbuchtrauf nach Entringen, um zwei schlechte Ortsdurchfahrten zu umgehen. In einem Feld hinter Entringen entdecke ich, abgestiegen, zufällig eine Anzahl leerer Schneckenhäuser. Ich assoziiere einen Elefantenfriedhof. Elisabeth meint, das seien vielleicht Kinder gewesen, die die Häuser am nahen Bahndamm gesammelt und hier abgelegt haben.

 


Sonntag, 25. April 2021

Eine Rundwanderung mit Elisabeth von Gönningen zu den Seen (wir treffen auf viele Leute und ein Entenpaar mit sechs Küken), die Seen hinauf bis nach Genkingen auf die Alb, von dort dann über den Rinderberg auf die Hochfläche vor dem Rossberg. Eine lange Rast im Gras an den Kiefern. Das sind alte Wege, lange nicht mehr begangen. An den Kiefern hab ich das erste Mal mit Regine improvisiert, ich einen Klangteppich auf der Klassikgitarre, sie darüber die Querflöte. Diese ersten Sachen sind nicht erhalten. Von späteren Improvisationen gibt es einige unveröffentlichte Alben und ein Video auf YouTube (mit Bildern vom Rossbergturm): https://www.youtube.com/watch?v=BVFjmND9raI

 


Samstag, 24. April 2021

Eine Wanderung am Bodensee, von Moos bei Radolfzell über das Kirchlein auf der Anhöhe von Horn nach Gaienhofen, wo wir vor einigen Jahren eine Ferienwohnung hatten, gleich neben dem Wohnhaus von Hesse. Viel Leute waren unterwegs. Am schönsten doch der Gang abseits des regulären Wander- und Radwegs den Hang hinauf, ins Offene, auf der Suche nach dem Kirchlein mit dem fantastischen Ausblick. Das Foto aber ist von unten, vom Seeweg.

 


Freitag, 23. April 2021

Eine Woche zuvor waren wir gar nicht erst auf das Kirschenfeld bei Nehren geradelt, sondern hatten, über den Rammert ins Steinlachtal hinuntergerollt, den direkten Weg nach Tübingen zurück gewählt – mangels Blüten. Jetzt gibt es zwar welche, aber manche davon sind schon braun (Frostschäden?), viele, glücklicherweise, brechen gerade erst auf. Die Jahre zuvor aßen wir unter den Blütenbäumen Rhabarberkuchen. Auch das geht dieses Jahr nicht. Merkwürdig wenige Bienen summen.

 


Dienstag, 20. April 2021

Zum Projekt Tausend Lieder hab ich gestern das erste Album beendet. In etwa zwei bis drei Wochen sollte es in den Läden im Netz erhältlich sein, nur elektronisch (Herunterladen oder Streamen). Es sind zehn Lieder unter dem Album-Titel Lass an den Quellen uns sein. Hier geht es zum Hintergrund des Projekts und den Texten des Albums. Und hier ist das erste Lied zu hören: Ich werde.

 


Sonntag, 18. April 2021

„Immer, wenn man die Meinung der Mehrheit teilt, ist es Zeit, sich zu besinnen.“ (Mark Twain)

Besinnen, nur besinnen! Denn zu aller Überraschung, selbst ihrer eigenen, könnte die Meinung der Mehrheit gelegentlich richtig sein.

Ein Eintrag vom Montag, 9. November 2015

 


Donnerstag, 15. April 2021

Ringsum Stille. Nur das Klacken der Tastatur. Wir haben einen weiten Weg zurückgelegt von der Bärenjagd bis zur Einsamkeit versiegelten Türen, bis zum Virus und den kommerziellen Ausmalungen im Video, was alles noch sein könnte. Lausch der Lüftung des Rechners! Riech den Duft der Blumen am Fenster! Es ist Frühling, sein Wind weht über alle Barrikaden der Menschen hinweg.

 


Sonntag, 11. April 2021

Dass sich alles in Zahlen ausdrücken lässt, ist ein verbreiteter Unsinn. Natürlich lässt sich das. Alles lässt sich auch in Düften ausdrücken. Oder in Abstufungen von Grün. Eine 1 wäre etwa Holunderduft, eine 2 Erdbeergeruch, und zusammen gäbe das eine 3, das ist Petersilie.

Das geht. Der Irrtum fängt erst dann an, wenn man mit den Gesetzen der Sprache zu hantieren beginnt, in die man etwas übertragen hat. Wenn man mathematische Gesetze verwendet, um eine Kodierung von Gerüchen zu erarbeiten. Die Ergebnisse sind Ergebnisse der Mathematik, nicht der Rosen.

Nach einer Notiz aus dem Juni 2010

 


 

Fluten-Log: Aktuell, Archiv: 10, 09, 08, 07, 06, 0504, 03, 02, 01 (ab 07.06.2018)

Weitergewandert
der Schatten, nun sitz ich
im Licht.

Di. 17.09.2002, Albwanderung Tieringen – Dotternhausen, Steinbruch Plettenberg, auf einem Stein sitzend