Tausend Lieder

Hintergrund

Tausend Lieder veröffentlichen zu wollen, ist absurd, also ein angemessener Vorsatz in einer absurden Welt. Am Sonntag, 28.02.2021 beschloss ich dieses Projekt. Größtenteils sollen die Lieder neu geschrieben werden. Ich will aber auch alte Lieder neu aufnehmen und daruntermischen. Die Veröffentlichung soll über MusicHub in Alben erfolgen, mit jeweils etwa 10 Liedern und 40-50 Minuten Länge. Instrumentalstücke dazwischen könnten auflockern.

Das erste Album („Lass an den Quellen uns sein“) wurde am Montag, 19.04.2021 fertiggestellt und hochgeladen, am Montag, 03.05.2021 wird es von MusicHub an die einzelnen Läden ausgeliefert. Zunächst soll jeden Monat ein Album erscheinen, wenn ich im Fluss bin, mehr.

Die Alben

Zu jedem Album soll es hier ein Inhaltsverzeichnis geben, mit den Veröffentlichungsdaten und allen Texten. Und je ein Lied kann vollständig gehört werden.

Lass an den Quellen uns sein

1 Ich werde 6:15
2 Lauschen den Quellen 3:25
3 Süßer Wein 3:47
4 Blaue Augen (Seen) 5:00
5 Im Rinnstein 4:46
6 Wo die Quellen rauschen 5:23
7 Wo ist ein Platz in der Welt 5:40
8 Veilchen (Hymnen des Lichts) 5:40
9 Tanz unter Sternen 4:00
10 Lass an den Quellen uns wohnen 4:50

Abgeschlossen: Mo. 19.04.2021, veröffentlicht: Mo. 03.05.2021

Ich werde

Ich werde zur Krähe
im schwarzen Baum vor dem Haus,
während Schneeflocken tanzen,
während Sonnenstrahlen
die Erde erlösen und Blüten
sich aufschlagen
ins Blau.

Ich werde zum Frosch
verborgen am Ufer des Weihers im Wald,
während Libellen schweben
und Fische kreisen,
während Sonnenstrahlen
die Erde erlösen und eine Amsel
vom Leben singt.

Ich werde zum Reiher
am Fluss, grau wie der Nebel,
während Blätter von der Ulme fallen
und treiben, treiben,
während Sonnenstrahlen
die Erde erlösen und ein Liebespaar
sich zu küssen beginnt.

Ich werde zur Schlehenbeere
am Strauch, unter dem ersten Schnee,
während Menschen dicht an dicht
vor dem Abgrund stehen und warten,
während Sonnenstrahlen
die Erde erlösen und aller Wahnsinn
zu schreien beginnt.

Text: Sa. 02.01.2021, Melodie: Mi. 03.02.2021

Süßer Wein

Wo die Quelle rauscht,
singt eine Amsel,
ist ein Kreideherz
auf einen Felsblock gemalt.

Alle Lieder verklingen so schnell.
Doch eines tönt weiter
und weiter in mir,
das Lied mit dir.

Wir bauen ein Boot.
Wir fahren aus den Wäldern
zum Meer.

Ich will am Strand aufsehen
zum Mond, der voll und groß
hinter den Dünen steigt.

Ich will dich küssen,
will mit dir trinken vom süßen Wein
unseres Lebens.

Text: Do. 16.04.2020, Melodie: Mi. 09.09.2020

Blaue Augen

Blaue Augen, Seen – hoch im Gebirg.
Blaue Augen, Seen.

Sie hat die Tür geöffnet – und so viele Fenster,
mein Spiegel zerbrach. Lass in die Sonne uns sehen,
wo die Erde braun ist und grün!
Auf einem Silbertablett marokkanischer Minztee,
wir tranken ihn in Marrakesch.

Blaue Augen, Seen – hoch im Gebirg.
Blaue Augen, Seen.

Sie hat Verse gelesen, hat mit den Vögeln gezwitschert,
mein Becher ist leer, schenk von neuem mir ein!
Und einen herberen Wein!
Lass in der Fluten uns baden, in Fuerteventura,
wo wir jung sind und frei.

Blaue Augen, Seen – hoch im Gebirg.
Blaue Augen, Seen.

Was kann ich tun in der Welt, als im Tanz mich zu drehen!
Nur Kreise sind wahr. Nur deine Augen und du!
Alle Ströme enden im Meer,
doch ich will an den Quellen sein, mein ganzes Leben
mit dir.

Text: Do. 21.11.2019, Melodie: Do. 21.11.2019

Im Rinnstein

Im Rinnstein
ein Apfel, im Papierkorb
ein zerrissener Vers.

Wir wollten fliegen.
Wir wollten Wunder sehen
und Wahrheit kosten,
die Süße des Lebens, wir wollten
fremde Welten erkunden, einsame Inseln,
und tauchen, nach Perlen
im salzigen Meer.

Ein Blatt im Wind,
wie lange es schwebt!
All diese Blätter im Wind,
wie lange sie schweben!
Menschen.

Eine Mülltonne brennt.
Auf den anderen trommeln die Kinder.
Aufgewachsen an den Strahlen
des Lichts, aber die Schwerkraft
beugte uns.

Am Ufer
totes Holz, zwischen Kieseln
ein nie gesungenes Lied.

Im Rinnstein
ein Apfel, im rauen Wind
ein vollkommener Vers.

Text: Fr. 09.10.2020, Melodie: Sa. 10.10.2020

Wo die Quellen rauschen

Wo die Quellen rauschen,
da ist ein Weg, den lass uns gehen,
wo die süßen Winde wehen,
wo die Quellen rauschen.

Wo die Strahlen flirren,
da ist ein Feld, dort lass uns rasten,
während um uns Schatten hasten.
Wo die Strahlen flirren …

Wo die Berge meditieren,
im See, drin lass uns baden,
zwischen leeren Ziegenpfaden,
wo die Berge meditieren.

Wo Elfenfäden steigen,
hinein ins Blaue fliegen,
lass uns den Himmel wiegen,
wo Elfenfäden steigen.

Wo die Wolken ziehen
und Blumen singen in den Auen,
lass weiter uns am Himmel bauen,
wo die Wolken ziehen.

Wo die Sterne scheinen,
da ist die Zeit, dort lass uns schweigen
dort lass sich uns die Stille zeigen,
wo die Sterne scheinen.

Wo die Quellen rauschen,
da ist ein Weg, den lass uns gehen,
wo die süßen Winde wehen,
wo die Quellen rauschen.

Text: Di. 06.11.2018, Melodie: Sa. 10.11.2018

Wo ist ein Platz in der Welt

Wo ist ein Platz in der Welt,
für mich, für das Gras, für den Glanz
der Libelle im Flug?

Frag die Sonne, frag den Mond.
Wir sind Kinder des Lichts,
wir sind Kinder der Dunkelheit.

Wo ist ein Platz in der Welt,
im Zimmer neben dem Fahrstuhl,
im See bei den Fischen,
zwischen treibenden Blättern im Wind,
mit den Wölfen im Wald,
als Figur auf dem Schachbrett im Park
während des Herbstes?

Frag die Sonne, frag den Mond.
Wir sind Kinder des Lichts,
wir sind Kinder der Dunkelheit.

Wo ist ein Platz in der Welt,
hier in den Versen, hier im Lied,
wo erst die Schönheit entsteht,
in unseren Herzen, in diesem Fels,
im Wind, der die Bäume durchweht,
im Honigtropfen, im dunklen Bienenstock
während des Winters?

Frag die Sonne, frag den Mond.
Wir sind Kinder des Lichts,
wir sind Kinder der Dunkelheit.

Text: Mi. 16.09.2020, Melodie: Mi. 16.09.2020

Veilchen (Hymnen des Lichts)

Veilchen blühen am Weiher,
wo in der liegenden Trauerweide
die Wildente schreit, wo zwei Menschen
sich einander versprachen, wo alle Kreise
an den Ufern lautlos vergehen.

Veilchen blühen am Weiher,
wo auf dem Seerosenblatt
ein Frosch sitzt und quakt, wo zwei Ringe schimmern,
auf dem Grund, wo alle Träume
an den Ufern lautlos vergehen.

Duftendes Wasser.
An den Veilchen branden
die Hymnen des Lichts.

Text: Do. 16.04.2020 / Di. 05.01.2021, Melodie: Di. 05.01.2021

Tanz unter Sternen

Tanz unter Sternen, am Holunder stampf,
stampf die dunkle Erde fester!

Spring mit dem Heupferd, mit dem Heupferd spring,
lass die fetten Gräser zittern!

Lach mit der Kröte, mit der Kröte lach,
mach die ganze Erde schwanken!

Sing mit dem Vogel, mit dem Vogel sing,
schwing dich auf die Wolkenpferde!

Tanz um die Quelle, um die Quelle tanz,
wo die stummen Fische träumen.

Tanz unter Sternen, am Holunder stampf,
stampf die Erde fest und fester!

Text: Fr. 07.02.2020 – Fr. 29.01.2021, Melodie: Sa. 28.11.2020

Lass an den Quellen uns wohnen

Hinter den Hügeln liegt die Stadt,
wo die grauen Flächen starren.
Lass an den Quellen uns sein,
lass uns den Vögeln im Blattgrün lauschen,
sie erinnern an den Jubel in uns,
als die Welt begann.

Hörst du den Jubel?
Hörst du den Jubel?
Lass an den Quellen uns wohnen.

Hinter Sternenwüsten die Erde,
wo am Strand eine Lerche erwacht.
Keine Straße, kein Haus,
nur die weiten Gefilde der Hoffnung.
Sie erinnern an den Jubel in uns,
als die Welt begann.

Hörst du den Jubel?
Hörst du den Jubel?
Lass an den Quellen uns wohnen.

Inmitten Ruinen grünt ein Baum.
Eine Katze öffnet die Augen,
nicht um zu sehen, nur um im stillen Licht
zu Hause zu sein,
wo die Welt in jedem Moment
neu beginnt.

Hörst du den Jubel?
Hörst du den Jubel?
Lass an den Quellen uns wohnen.

Text: Mi. 03.06.2020, Melodie: Sa. 18.04.2020 (zunächst als Lied ohne Worte)

 


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