Kreativität

Imagination zur Positiven Psychologie von Dr. Volker Friebel

 

Kreativität heißt, einen neuen Weg zu finden, das Gewohnte im Handeln zu verlassen, ein Ziel auf neuem Weg anzustreben. Kreativität muss keine Kunst oder Wissenschaft sein, sie kann unseren Alltag erweitern, wenn wir ganz wörtlich den gewohnten Weg zum Bäcker verlassen und einen anderen erkunden, wenn wir das gewohnte Pizzarezept abändern, wenn wir auf ein Verhalten unseres Partners eine andere Reaktion ausprobieren. Und sie kann Kunst sein.

Mach es dir bequem … Achte auf deinen Atem, wie er ein- und ausströmt, ganz von allein … Deine Augen können sich schließen, während in dir die angenehme Ruhe zu wachsen beginnt …

Stell dir die Frage, für wie kreativ du dich in deinem Alltag, in deinem Leben einschätzt. Wie gerne du vertraute Wege und Handlungen und Gewohnheiten veränderst … Wie gerne du die Sicherheit des Gewohnten manchmal durchbrichst, die vertraute Sicherheit verlässt, etwas Neues ausprobierst. Wenn du eine Skala vor dir hättest, mit „Sicherheit“ ganz links und „Kreativität“ ganz rechts, wo würdest du dich aktuell sehen? … Und würdest du dich mehr in eine Richtung verändern wollen? Wenn ja, in welche und wie stark? …

Das Gewohnte ist sicher und vertraut. Wir können nicht ohne diese Sicherheit leben. Doch wir können uns in dieser Sicherheit bewegen, wir können gehen, wir können tanzen.

Stell dir eine liebgewonnene Gewohnheit vor und wie du sie verändern könntest. Es geht nur um die Vorstellung, nicht etwa darum, ob das sinnvoll wäre oder ob du es später in der Realität wirklich tun solltest. Stell dir einfach eine Gewohnheit vor und wie du sie veränderst, wie im Spiel … Spüre in dich, wie sich das anfühlt …

Stell dir noch eine oder mehrere andere Möglichkeiten vor, diese Gewohnheit zu verändern, nur so im Spiel …

Stell dir nun etwas anderes vor, das du verändern könntest, nur so im Spiel, ohne es später wirklich tun zu müssen … Spüre, wie sich das anfühlt …

Stell dir noch andere Möglichkeiten vor, dieses andere zu verändern … Und spüre in dich, wie sich das anfühlt …

Wir wissen alle, dass viele Wege zum Ziel führen. Meist wählen wir aber automatisch den gewohnten Weg. Es ist gut, nicht immer neu prüfen zu müssen, ob er wirklich der beste, der kürzeste, der sicherste ist. Doch das Wissen, dass es immer auch andere Wege gibt, kann die Welt interessanter machen. Auf den anderen Wegen kommen wir vielleicht nicht schneller ans Ziel als auf dem gewohnten, aber sie könnten die schöneren sein … Sie könnten unseren Geist und unsere Muskeln anders fordern … Sie könnten zu anderen Erlebnissen und Erfahrungen führen … Sie könnten uns frische Anregungen geben …

Versuche, heute eine Sache anders zu machen, als du es gewohnt bist. Es kann etwas völlig Banales und Selbstverständliches sein. Und es kommt nicht darauf an, dass die Sache dann besser ist, es kommt nur auf die Veränderung an. Wenn du die Sache veränderst, konzentriere dich auf die Erfahrung des anderen, spüre, wie es sich anfühlt … Spüre, was das andere dir gibt …

Und damit kommt die Vorstellung zum Ende. Du spürst wieder den Raum um dich. Du spürst deinen Atem. Öffne die Augen, reck dich und streck dich.

 

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