Morgendämmern im Krieg

Volker Friebel

 

Vorfrühling. Geräusche des morgendlichen Regens auf Dächern ringsum. Lüftungsgeräusche. Über zwei Häuser schaut das Straßburger Münster streng und groß und alt auf uns herab, erinnert uns an all die Ungerechtigkeiten der Welt und an die Fortdauer der Macht über alle Wechsel ihrer Gesichter hinweg, während der Regen noch stärker wird und in der Ferne die Sirene einer Ambulanz anschwillt. Die Dämmerung will nicht lichter werden an diesem Morgen des Krieges, in dem die Macht kämpft, gegen die Macht, in dem irgendwann eine ihre Abteilungen siegen wird.

Amselhymnen
im Regen, hinein
in den Regen.

 

Regenbogen am Straßburger Münster