Langsam und schnell

Schnell ist die schnelle Antwort, langsam die tiefe.

Schnell ist der Hürdenläufer, der nicht sieht, ob die Sitze des Stadions leer sind oder voll Menschen.

Langsam ist der Mann, der ziellos durch die Flur bei der Stadt schlendert, wenn er bei sich ist.

Langsam ist die Weinbergschnecke, die ihr Haus immer mitschleppt, die immer zu Hause ist.

Schnell ist der Angestellte, der die Entlassung fürchten muss, wenn seine Beine die Karawane nicht mehr erreichen oder der Schwung seiner Arme den Holzscheit verfehlt.

Langsam ist der, dem nichts fehlt, der nichts will.

Langsam ist der, dem die Krone auf dem Haupt sitzen will, damit sie nicht in den Staub fällt.

Langsam ist der, der große Ohren hat, weil er zuhören will und zuhören kann.

Schnell ist der, der Feinde hat, damit sie ihm nicht zuvorkommen und den Fluss überqueren, bevor er an der Brücke ist.

Langsam ist der, der große Hände hat, denn je mehr Zeit er sich nimmt, umso mehr hat er.

Schnell ist der Pfeil, der den Bogen verlässt, langsam die sich öffnende Rose.

Schnell ist der, dessen Augen eng sind.

Langsam ist der, dessen Augen groß sind vor den Wundern der Welt.

Schnell bist du am Standort, langsam in deiner Heimat.

Schnell ist die Gier reich zu werden, langsam der Reichtum.

Schnell ist das Böse, langsam und beharrlich das Gute.

Schnell ist der kleine Gebirgsbach, langsam der breite Strom, wenn er ins Meer mündet.

Schnell ist der, der ohne Glauben ist, langsam ist der, der der Welt und den Menschen vertraut.

Schnell ist der Zerstörer im Krieg, langsam das Schiff eines Forschers.

Schnell sind die Sternschnuppen, langsam die Sterne.

Schnell vergeht das Leben der Fliege, langsam das des Elefanten und der Schildkröte.

Schnell ist der, dessen Arbeit betrügen will, langsam der, dessen Arbeit Dauer und Güte verspricht.

Schnell vergehen Sandburgen am Strand, Kathedralen verfallen wie sie, aber viel langsamer.

Wer schnell ist, kann sicher sein oder unsicher. Wer langsam ist, kann unsicher sein oder sicher.

Wer schnell ist, kommt vermutlich schnell ans Ziel. Wer langsam ist, wird über den Weg berichten können und schöne Steine mitbringen und Glückskleeblätter, die er am Wegrand gefunden hat.

Wer schnell ist, war bald überall und nirgends. Wer langsam ist, wird überall zu Hause sein.

Wer langsam ist, ist bei sich. Wer schnell ist, ist bei dem, was andere von ihm erwarten.

Wer schnell ist, will. Wer langsam ist, kann.

Schnell ist das Wissen, langsam die Weisheit.

Schnell ist das Geld, die Kunst sollte langsam sein.

Schnell ist das Fahrzeug von heute, das morgen zu langsam sein wird. Langsam ist das Fahrzeug von heute, um das morgen die Menschen stehen und staunen.

Ein Kaufhaus zu bauen, geht schnell. Ein Schloss zu bauen, ist gar nicht mehr möglich, so langsam ginge es.

Auf dem Feld auszusäen, geht schnell, das Korn reift langsam.

Die schlechte Ernte geht schnell, die gute langsam.